BermudaSHORTS Ausgabe 7

Kurzfilm-Magazin

BS # 7 // Die Künstlerische Ausgabe

Auch wenn das Medium Kurzfilm gern als Spielwiese und Experimentierfeld genutzt wird, folgen die meisten Geschichten den uralten Regeln klassischer Dramaturgie.
Seit einiger Zeit hält der Film, per se ein audiovisuelles Medium mit zeitlicher Dimension, auch in der Kunstszene Einzug. Immer mehr Künstler nutzen die Eigenschaften des Mediums, das so viele Möglichkeiten wie kein anderes bietet, um Ihr Innerstes in Bilder zu fassen. Mal sind es persönliche Abgründe, mal geht es um die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Und manchmal steht schlicht ein sensorisch-ästhetisches Erlebnis im Vordergrund, das die Wahrnehmung für ein paar Stunden in ein neues Licht-/Klangfarbe taucht.
In der künstlerischen Ausgabe der BermudaSHORTS trafen wir neben Konzeptkünstlerin Sarah Mock und Maler/Filmemacher Dominik Schmitt auch das Künstlertrio The Brains, das im Rahmen der B-Seite die Trinitaskirche beschallte/bestrahlte.

Wir wünschen ein audiovisuelles Vergnügen!

Mocken mit Sarah Mock INTERVIEW
Als die Heinrich-Vetter-Stiftung bei Sarah anrief, um zu ihrer ersten Einzelausstellung zu gratulieren, entstand erst einmal Verwunderung und Irritation: Kann das denn wirklich wahr sein?! Diese skeptische Reaktion zieht sich wie ein unsichtbarer Faden durch das gesamte Werk der jungen Künstlerin: Was ist die Realität? Wie nehmen wir unsere Umwelt wahr? Was ist natürlich gegeben und was menschlich konstruiert? Mit diesen Fragen setzt sich Sarah in experimentellen Filmen, räumlichen Installationen und Bild-Collagen auseinander.
Wir trafen sie in der Stadtgalerie Mannheim, um tiefere Einblicke in ihr Schaffen zu gewinnen und unseren Möglichkeitssinn zu schärfen.

„Kommt man hinaus“ von Sarah Mock KURZFILM
Dieser collagenhafte Film entstand während Sarahs Auslandsaufenthalt in Tschechien, wo man alle Erasmus-Studenten in einen riesen Plattenbau gesteckt hat. Kahle Wände, leere Gänge.. ein scheinbar trostloser Ort. Wenn da nur nicht die ganzen Stimmen wären, die von allen Seiten aus den Pappwänden zu hören sind. Gemeinsam ist man eben weniger allein. Oder macht es vielleicht alles nur noch schlimmer?

In Dominiks Atelier INTERVIEW
Die Orientierung in einem Atelier, das von mehreren Künstlern genutzt wird und in dem sich hunderte Gegenstände befinden, ist nicht immer leicht. Ist das eine Installation oder bloß ein bekleckerter Stuhl? Darf man das anfassen oder ist das Kunst? Bei Dominiks Arbeiten fällt die Kategorisierung dagegen nicht so schwer – zu intensiv, mystisch und irritierend ist ihre Wirkung auf den Betrachter. Eine ganze Armee absurder Gestalten scheint den Maler zu umgeben, der sein düsteres Universum mit „Paradigma“ auch in bewegte Bilder umgesetzt hat.
Wie dieses Meta-Werk aus über 10.000 Einzelbildern entstanden ist und was der Künstler sonst im Sinn hat, erfahrt ihr hier!

„Paradigma“ von Dominik Schmitt
Angelehnt an Vorbilder wie William Kentridge oder Jan Svankmajer erschafft Dominik Schmitt seinen neuen Film aus tausenden gemalten Bildern, die über 1 ½ Jahre auf die Leinwand gebracht wurden. „Paradigma“ erzählt ohne Protagonisten oder durchgängige Handlungsstränge, wie sich die äußere Welt im Inneren abbildet. Wir dürfen exklusiv eines der zentralen Kapitel des Films ausstrahlen: die Heilung.

B-Seite + The Brains INTERVIEW
Wenn es in der Region eine feste Adresse für visuelle Kunst gibt, dann ist es die B-Seite im zeitraumexit. Das Festival setzt sich mit den Spielarten moderner visueller Kunst auseinander, lotet mediale Schnittmengen aus und erschließt dabei seinen Besuchern neue Betrachtungsweisen, Strömungen und Perspektiven.
Wie z.B. durch die audiovisuelle Performance ‚beyond time and space’ in der Mannheimer Trinitatiskirche, die sakrale wie abstrakte Klänge mit atemberaubenden Visuals vereinte. Mit Festivalmacher Benjamin Jantzen sprachen wir über die Erschließung neuer Horizonte. Mit dem Künstlertrio Dähn, Maos und Theinert [The Brains] ging’s um neue Lichtwelten und musikalische Transzendenz.

„Score“ von Fried Dähn EXPERIMENTALFILM
Ein Klangteppich? Störgeräusche? Neue Musik? Eine audiovisuelle Struktur, die ebenso hypnotisch wie minimalistisch ist.

Sendetermin:  21.01.21 | 19:30 Uhr

Verantwortlich:  Arthur Bauer, 68159 Mannheim